• Zielgruppen
  • Suche
 

Die NO-CASH-SUMMER Challenge

    

NoCashSummer

10 Tage normal leben und arbeiten - Ohne Bargeld! Nur mit Kreditkarte. So lautet die Aufgabe bei der NoCash Summer Challenge von MasterCard, an der dieses Jahr auch das CNM beziehungsweise unser Kollege Marc-Oliver Reeh teilnimmt. Um seine Erfahrung in Sachen NFC und Mobile Payment gegenüber den beiden anderen Mitstreitern etwas auszugleichen, erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad. Seine Aufgabe lautet: 10 Tage normal leben und arbeiten - Mit PayPass! Ob es ihm gelingt, beim Bäcker, Taxifahrer und Frisör kontaktlos mit Kreditkarte oder Handy zu bezahlen, können Sie auf dieser Seite als Onlinetagebuch nachlesen.

 

Interview: 5 Fragen an Marc-Oliver Reeh (Mobile Marketing Welt)

Christopher Piontek: Mein Fazit zu 10 Tagen ohne Bargeld (Bitpage)

MasterCard: A World beyond Cash (Tumblr)

Maik Klotz: Mobile Payment in Deutschland? (Mobile Zeitgeist)

 

  

Die NO-CASH-SUMMER Challenge - Fazit Teil 1 & 2

   

NoCash Summer Fazit

Teil 1: 10 Tage leben ohne Bargeld. Ein Selbstversuch im Rahmen der MasterCard NoCash Summer Challenge, bei der Verbraucher-Teams in verschiedenen europäischen Ländern ihren Alltag allein mit einer kontaktlosen NFC-Kreditkarte bestreiten sollen. In diesen eineinhalb Wochen wurde also mein komplettes Einkaufs- und bisweilen Tagesverhalten durch die Vorgabe des Zahlungsmittels bestimmt.

Denn 10 Tage leben ohne Bargeld heißt auch: Planen, Zeit mitnehmen, sich einschränken. Ganz klar: Ohne die PayPass Locator App hätte ich nicht überlebt; zumindest nicht allein mit Contactless Payment. Mit Kreditkarte hingegen lebt es sich in Deutschland mittlerweile ganz prächtig. Und ja, ich habe Bonbons an der Tankstelle für 1.99EUR, Blumen für 8.50EUR im Blumenladen oder den Kaffee mit Brötchen im Stehimbiss für 3.25EUR mit Kreditkarte bezahlt. Normalerweise würde ich bar oder mit EC-Karte zahlen. Gelernt ist eben gelernt. Wirklich negative Erfahrungen mit dem Kassenpersonal habe ich nicht gemacht. Einzig manch wartender Kunde schaute etwas verwundert.

Wirklich schneller funktioniert eine Zahlung mit gesteckter Karte im Vergleich zur Barzahlung indes selten. Schlussendlich steht der Bremser doch immer vor einem in der Warteschlange. Habe ich hingegen freie Bahn und kann kontaktlos mit NFC beziehungsweise PayPass bezahlen, klappt dies, gerade bei ungeraden Summen, wesentlich schneller. Und wie im Tagesjournal beschrieben: Ein aktuelles Kassenterminal vorausgesetzt, hatte ich bei rund 30 PayPass-Transaktionen niemals mit technischen Problemen zu kämpfen.

Alles in allem für den Verbraucher also ein tolles System. Größter Engpass für Early Adopter und mich als Challenge-Teilnehmer war jedoch die geringe Zahl von Akzeptanzstellen. Mit jeweils ein paar dutzend Akzeptanzstellen in den großen deutschen Metropolen habe ich keine Chance, mein habitualisiertes (Einkaufs-) Verhalten auch nur ansatzweise fortzuführen. In Frankfurt gibt es exakt einen Supermarkt, der PayPass akzeptiert. In Hannover hingegen scheidet Taxi- oder Busfahren aus. Allerdings bin ich mir sicher, dass im stationären Einzelhandel die Verfügbarkeit von kontaktlosen Bezahlterminals in den nächsten 2 Jahren drastisch zunehmen wird.

Bislang stimmen die Verbraucher jedoch noch nicht mit den Füßen ab und bringen den Handel nicht dazu, NFC noch schneller und umfänglicher in ihr Dienstleistungsangebot zu integrieren. Denn das größte Problem der Produkt- und Marketing-Manager lautet: Diejenigen, die sie mit ihren Payment-Lösungen und Werbekampagnen eigentlich erreichen möchten, gehören definitiv nicht zu den Lesern dieses und ähnlicher Artikel. Sprich: Die große Masse von Verbrauchern interessiert sich einfach nicht für das Thema Payment seiner selbst willen.

Hinzu kommt: Wenngleich viele Entscheider in Bonn, Düsseldorf, München, Frankfurt & Co. in den letzten Jahren wichtige Fortschritte für das NFC-Ökosystem erreicht haben, so sind es Wettbewerber wie PayPal, Google oder Facebook, die (bald) mit nicht-inkrementellen Prozessinnovationen positiv von sich Reden machen werden. Einige der quasi-etablierten Marktteilnehmer im elektronischen Zahlungsverkehr sind wohl noch nicht bereit dazu, die grundlegende Strategie ihrer Häuser in Frage zu stellen und über geteilte B2B-Erlösmodelle gemeinsam echte Mehrwerte für den Verbraucher zu generieren.

Welche Mehrwerte ein Kommunikations-Konzept für Mobile Payment Lösungen herausstellen müsste und welche Anpassungsreaktionen im Markt für NFC noch erforderlich sind, diskutiere ich nächste Woche in Teil 2 meines Fazits zur NoCash Summer Challenge.

NoCash Summer Fazit 2

Teil 2: 10 Tage leben ohne Bargeld, ausgestattet nur mit einer kontaktlosen Kreditkarte. Für mich Selbstversuch, Marktstudium und Projektbewertung zugleich. Im zweiten Teil meines Fazits geht es unter anderem um die Frage, welche Mehrwerte von NFC und Mobile Payment-Lösungen kommuniziert werden müssen, damit das Thema endlich den Verbraucher erreicht.

Denn sowohl in der Realität als auch in den Medien ist NFC im deutschsprachigen Raum noch nicht dort angekommen, wo es eigentlich längst hätte sein sollen. Dies hat seine Gründe, über die Jahre gesehen allen voran in der nicht einheitlichen Vermarktung und schwierigen Verargumentierung. Dass das Bezahlen mit Bargeld ein nicht hinnehmbares Hygiene-Risiko darstellt, finde ich schwer positiv zu vermitteln. Die Kosten für das Cash Handling bei Banken und Händlern interessieren den Endanwender nicht. Und Menschen der Generation 35+ mit Tanzshows für ein neues Bezahlsystem zu begeistern, funktioniert zumindest bei mir nicht.

Es gilt also, das vom Handling her wirklich ausgesprochen bequeme Tap&Go Payment bodenständig, mehrwertorientiert und allen voran kontextspezifisch sinnvoll zu präsentieren. Zwei Croissants und eine Cola plus Pfand bei meinem Lieblingsbäcker morgens im Hauptbahnhof, macht 4.35EUR. Der Bankautomat hat mir zuletzt zwei 50EUR-Scheine ausgegeben - und das Drama nimmt seinen Lauf. Für den Kunden gut erreichbare Contactless Terminals wären in dieser Situation für alle Beteiligten eine extreme Erleichterung. Im Kaufhaus spielen ein paar Sekunden Zeitgewinn beim Bezahlen nebst Entsichern und Verpacken der Einkäufe hingegen de facto keine Rolle.

Wie könnten also Mobile Payment-Lösungen anreizkompatibel verpackt werden? Was sicher immer funktioniert, sind klassische Marketing-Tools, wie zum Beispiel Couponing als monetäres Anreizsystem. Werden zudem alle Einkäufe (bedarfsorientiert kontaktlos) mit einer einzelnen Multi Application-Karte bezahlt, hat der Verbraucher einen perfekten Überblick über seine Ausgaben. Voraussetzung, er kontrolliert seinen Kontostand regelmäßig online.

In der Folge sehe ich eine große Chance für echte Mobile Wallets auf dem Smartphone. Können dort alle persönlichen Zahlkarten inkludiert werden und nutzt der Kunde ausschließlich NFC Proximity Payment für Kleinbeträge, findet er in seiner Mobile Wallet eine übersichtliche Kostenhistorie. Womöglich inklusive digitalisierter Kassenbons für spätere Garantieansprüche (Achtung: Kundenmehrwert). Als Netzwerktechnologie bietet NFC-Payment zudem eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, nützliche Brücken zwischen bisher getrennten Ökosystemen zu bauen. Beispiele finden sich in Bereichen wie Hospitality, intermodaler Mobilitätsmix oder zukünftigen Smart City Szenarien.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist: Das Kassenpersonal war immer begeistert, wenn ich als Kunde - zumeist ja erstmals erfolgreich - kontaktlos am POS-Terminal bezahlt habe. Gleiches galt für manch älteren Beobachter in der Warteschlange. Junge Menschen bei McDonalds (im Test eine sichere Anlaufstelle für Mobile Payment) begeisterte die kontaktlose Karte jedoch herzlich wenig. Über kurz oder lang führt also auch für die etablierten Marktteilnehmer kein Weg an einer (eigenen) Mobile Wallet Strategie auf dem Handy vorbei.

Für die Anbieter von kartenbasierten Bezahllösungen wird es daher ein strategisch wichtiges Jahr. Wer spätestens dann beim Thema Payment nicht Smartphone-, NFC- oder Cloud-ready ist (und sei es nur medial in Form von eigenen Pilotprojekten), wird den Vorsprung der Konkurrenz in der Wahrnehmung beim Verbraucher nicht mehr aufholen können. So lautet auch meine klar negative Prognose für den einstigen Innovationsführer aus Cupertino mit seinen typischen Closed-Loop-Ansätzen. Selbst Apple kann nicht das gesamte Payment-Ökosystem enablen beziehungsweise kontrollieren und wird folglich nur noch Marktnischen bedienen können.

Mein abschließendes Fazit: NFC Touch Points müssen bei jeder Anwendungsart für den Nutzer klar sichtbare Entry Points darstellen, die mehrwertorientiert ein konkretes Problem des Verbrauchers lösen. Reine Marketing-Floskeln werden beim Thema Bezahlen nicht greifen und nicht für das notwendige Maß an Vertrauen und nachhaltiger Nutzungsakzeptanz sorgen.

Mein Vorschlag: Da niemand der bekannten Player das nächste Facebook respektive die Killerapplikation des Mobile Payment kreieren wird, probieren sie es doch bitte in kleinen, robusten Schritten mit einfachen, ehrlichen NFC-Applikationen. Und das bitte recht bald. Mobile Payment sowie eine Handvoll weiterer NFC-Angebote und der Markt wird schnell entscheiden, was ihm gefällt und welche Option ausgebaut werden soll. Das spart im Lern- und Innovationsprozess kurzfristig Zeit, mittelfristig viel Geld und wie zuletzt das Kickstarter Projekt ‚NFC-Ring‘ gezeigt hat: Es sind die einfachen Dinge, die den (Medien-) Menschen gefallen.

 

  

Die NO-CASH-SUMMER Challenge - Journal

    

PayPass am POS

Tag 10 (Sonntag): 10 Tage NoCash Summer Challenge. Schön war’s, interessant war’s, doch länger hätte die Challenge wirklich nicht sein müssen. Wichtigste Erkenntnis: NFC hat in 100% aller Fälle, in denen ich an einem neuen und entsprechend gekennzeichneten POS-Terminal mit NFC beziehungsweise PayPass bezahlen wollte, fehlerfrei funktioniert. Aber: Es fehlt an deutlich mehr Akzeptanzstellen für kontaktloses Bezahlen.

Kontaktlos bedeutet dabei keinesfalls, dass man beim Bezahlen nicht in Kontakt mit seinen Mitmenschen käme. NFC ist schnell, innovativ und sehr einfach in der Handhabung. Dies registrieren auch umstehende Personen beziehungsweise andere Käufer und das Kassenpersonal, für die das Thema meist gleichermaßen neu ist. An der Verpackung und Vermarktung von NFC muss also noch gearbeitet werden.

Was bleibt? Am 18.09. bringen wir auf CNM-WordPress noch einmal gesammelt den Abdruck meiner täglichen Erfahrungsberichte. Mein Fazit folgt dann am 25.09. auf diesem oder einem anderen Kanal. Ich bedanke mich für Ihr Interesse und hoffe, die #NoCashSummer Challenge hat Ihnen gefallen.

PS: Meine letzte PayPass-Zahlung hatte ich heute Mittag an einer Star-Tankstelle in Bad Oeynhausen. Wieder schnell und problemlos und wieder der Erste mit NFC.

  

PayPass im City Center Langenhangen

Tag 9 (Samstag): Wieder Wochenende, wieder Zeit für Besorgungen. Im Übrigen ist es gut, wenn man als Teilnehmer der NoCashSummer Challenge nicht alleine dafür verantwortlich ist, daheim den Kühlschrank zu füllen. Es geht und es gibt fast alles mit PayPass zu bezahlen, doch wie gesagt bedarf es hierfür einer guten Planung. Und auch am Wochenende ist Zeit ein knappes Gut.

Heute auf der Agenda: Ein paar Kleinigkeiten im City Center Langenhagen (Vorort von Hannover) besorgen und anschließend Besuch der Verwandtschaft in Osnabrück. Für mich mit meiner kontaktlosen Kreditkarte nicht viel zu tun. Deshalb gebe ich heute den Mystery Shopper und informiere mich in den Shops von Vodafone, Telekom und o2 über das Thema Mobile Payment.

Und erstaunlich: Egal ob in Langenhagen oder in Osnabrück: Die Mitarbeiter in den Vertriebslinien (für mich als Verbraucher nicht erkennbar, ob eigener Shop oder Franchise) spiegeln mit ihrem Wissen über hauseigene Bezahllösungen exakt den Entwicklungsstand der Unternehmen wieder. Bei o2 gibt mir eine junge Dame sofort den passenden Info-Flyer und erklärt mir genau, wie mpass funktioniert und welches NFC-Handy ich brauche. Im Telekom Shop wissen die Teams zwar grundsätzlich um das MyWallet-Angebot, jedoch nicht genau, wann das Programm startet. Dafür zeigt man mir den Kreditkarten-Dongle von iZettle. Auch nicht schlecht. Bei Vodafone weiß man vom IFA Show Case namens SmartPass noch wenig beziehungsweise gar nichts.

Interessante Selbsterkenntnis: Würde ich als normaler Verbraucher in einen Handy Shop gehen und eine Mobile Wallet haben wollen, würde ich wahrscheinlich sagen: „Ich möchte gerne Ihren Dienst für Bezahlen mit dem Handy hinzubuchen“. NFC, Contactless Payment, PayPass & Co., alles neue Abkürzungen und englische Begrifflichkeiten, die dem Ottonormalbürger nicht inhärent erklären, für was sie eigentlich zu gebrauchen sind.

Die große Überraschung zwischendurch: Im CCL entdecke ich bei der Buchhandlung Böhnert den kleinen, typischen Zusatzterminal für Kontaktloszahlungen. Ich zeige auf das Gerät und meine Karte und bezahle zwei Bücher für 16EUR kontaktlos ohne PIN mit PayPass. Perfekt. Laut Kassiererin bin ich der dritte Kunde, der das System erfolgreich nutzt. Der PayPass Locator auf meinem Android-Smartphone weiß von alledem nichts.

  

PayPass - Nicht immer kontaktlos

Tag 8 (Freitag): Besuch eines ehemaligen Kollegen etwas außerhalb der Stadt. Von NFC oder PayPass hat hier im Kiosk, Dorf-Supermarkt und bei der freien Tankstelle noch nie jemand etwas gehört. Auch Kartenzahlungen sind - zumindest für Alltagseinkäufe - gefühlt verpönt. Von zwei anderen Käufern wird beiläufig der Satz „Nur Bares ist Wahres“ eingeworfen. Dabei mangelt es den Bewohnern in Hannovers Speckgürtel sicher nicht an der Bonität für eine (Gold-, Platinum-, Black-) Kreditkarte. Es ist ein anderer Umgang mit Traditionen, der den Stadtmenschen vom Landvolk unterscheidet.

Ganz ähnlich gestaltet es sich bei der Adaption technologischer Innovationen. Damit meine ich nicht Status bildende Besitztümer, wie das neueste High-Tech SUV. Das steht hier auf jeder zweiten Hofeinfahrt. Es geht um die Veränderung von alltäglichen Handlungsabläufen. Wie es hier um die Nutzungsakzeptanz - also der wiederholten, regelmäßigen Nutzung - von Mobile Payment Lösungen mittelfristig bestellt ist, wage ich nicht zu prognostizieren.

Die Werbetreibenden werden sich also etwas einfallen lassen müssen, um diese zahlungskräftige Klientel für ihre Angebote zu begeistern. Virtuelles Geld auf dem Smartphone ist nach außen hin wenig prestigeträchtig und auch wenn wir hierzulande selten mit der Geldklammer unterwegs sind, empfindet nicht jeder ein dickes Portemonnaie als störend.

Weiter nach Braunschweig zur Technischen Universität (ebenfalls eine gute Adresse in Sachen IKT und Mobile Business) und zum Feierabend noch eine kurze Stippvisite in die Braunschweiger Schloss Arkaden. Ein wunderschönes Gebäude, das die Hamburger ECE-Gruppe hier zum Shopping Center hergerichtet hat. In Sachen NoCash Summer Challenge werde ich allerdings nicht fündig. Zum Glück ist fußläufig ein DM Drogerie Markt zu erreichen. Das Gros meiner geplanten Besorgungen bleibt jedoch unerledigt.

Fazit: Es braucht dringend, ich wiederhole, dringend mehr NFC-Akzeptanzstellen, damit das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone nicht für immer eine Challenge bleibt.

  

Beim Tanken kontaktlos Bezahlen mit NFC

Tag 7 (Donnerstag): Habe keine Lust mehr. Will endlich wieder mit Kleingeld in den Händen spielen. Das Geräusch beim Groschen suchen im Portemonnaie, das Mitrechnen an der Kasse beim Rückgeld bekommen, der hübschen Bedienung etwas mehr Trinkgeld geben, all das fällt bei mir als Contactless Shopper weg. Vielleicht brauchen NFC und Mobile Payment auch so etwas wie Gamification und vielleicht rückt dann die Pflichtaufgabe „Bezahlen an der Kasse“ (für das Marketing kein einfaches Thema) etwas mehr in den Hintergrund.

Tagsüber Termin in Hamburg und keine Zeit, neue NoCashSummer-Abenteuer mit PayPass zu erleben. Tanken an der Autobahn ist teuer (der Liter Super+ für 1.77EUR), Aral freut es, MasterCard auch, denn ich bezahle kontaktlos mit Kreditkarte.

  

PayPass ohne PIN bis 25EUR

Tag 6 (Mittwoch): Ein Tag in der Heimat. Als Pilotregion der Geldkarte kontaktlos Girogo haben (einige) Hannoveraner und (einige) Geschäfte in Hannover bereits Erfahrungen mit neuen Bezahlmöglichkeiten gesammelt. Das nützt mir zwar wenig, wenn PayPass nicht akzeptiert wird. Aber die Kommunikation mit dem Kassenpersonal läuft deutlich schneller und professioneller:

„Nein, kontaktlos nur Girogo. Mpass oder PayPass haben wir noch nicht.“ Solch eindrucksvolle Sätze habe ich in anderen Metropolen noch nicht gehört. Wenn sich die Sparkassen also manch Kritik und Häme von Wettbewerbern, den Medien und auch von uns anhören mussten: Pionierarbeit haben Sie geleistet. Danke, auch im Namen der übrigen Player im NFC-Ökosystem. Ein weiterer, positiver Effekt: Mehrere Supermärkte und Drogerien in Hannover City akzeptieren bereits PayPass.

Mittags dann mit den Kollegen im vollen Subway gegessen, die NoCashSummer Challenge schlechthin. Ergebnis: Problemlos für alle mit einem Tap (bis 25EUR ohne PIN) bezahlt. So macht NFC wirklich Spaß - und auch Sinn!

  

Mobile Payment in Düsseldorf - Viel Licht, viel Schatten

Tag 5 (Dienstag): Besuch des M2M-Summit in Düsseldorf. Ein sehr schönes Event und auch nächstes Jahr ist das CNM gerne wieder Partner. Die Garderobe hätte ich nicht cashless bezahlen können, doch zum Glück waren Essen und Getränke kostenlos. Die NoCashSummer Challenge nehme ich mittlerweile gerne als Smalltalk-Thema mit in Business Meetings. Viele finden die Idee spannend und eh befindet sich doch alles irgendwie in einem Hype Cycle.

Vielleicht probieren Sie - liebe Leser - es auch einmal aus, das Leben für ein paar Tage ohne Geldbeutel. Womöglich sogar mit einer echten Mobile Wallet auf dem Smartphone. Fünf Tage gesammelte Erfahrungen mit einer NFC-Karte lassen mich jedoch zu folgender Empfehlung kommen:

Eltern mit kleinen Kindern, Ortsunkundige oder Apple User (nein, leider wieder kein NFC) sollten zur Sicherheit immer etwas Bargeld mitnehmen. Meine Versuche mit Smartphone-basierten NFC-Payment-Lösungen waren in der Vergangenheit bezüglich Akzeptanz und Kompatibilität tendenziell immer etwas schlechter, als beim hier diskutierten Projekt. Doch der technologische Fortschritt ist unaufhaltsam und das, was die Mobilfunker in anderen Ländern bereits ausrollen, ist mitunter sehr attraktiv und catchy.

Die NFC PayPass MasterPass No Cash Summer Contactless Challenge wird nächstes Jahr also womöglich bereits auf dem Smartphone ausgetragen. Ich bin gespannt. Und ich gewöhne mich an einen Alltag ohne Bargeld. Doch gerade im Mobile Capital Düsseldorf ist dies nicht immer ein einfaches Unterfangen, wie ich auf dem Weg zum nächsten Geschäftstermin feststelle. 

Vodafones Retail-Showcase von der CeBIT und jetzt der IFA überzeugt im realen Leben durch freundliches und kompetentes Personal, akzeptiert Kartenzahlung jedoch erst ab 10EUR. Nun ja. Kontaktlos oder Mobile Wallet funktioniert dafür noch gar nicht, sollen aber bald kommen. MasterCard, bitte schnell den PayPass Locator updaten. Die Mobile-Payment QR-Code-Lösung eines kleineren Anbieters im Düsseldorfer Hauptbahnhof wird hingegen immerhin bei rund 10 Geschäften akzeptiert, fristet jedoch gefühlt ein Nischendasein.

Mit unserem eigenen Versuch, Hannover im Jahr 2010 zur NFC Smart City zu machen, sind wir grandios gescheitert. Andere sind jedoch auch noch nicht viel weiter. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht jedes Großprojekt in Berlin misslingt. In bin gespannt und drücke die Daumen.

  

Schnelles Bezahlen mit NFC

Tag 4 (Montag): Geschäftstermin in der Innenstadt. Für die Hinfahrt entscheide ich mich für ein Taxi. Denn in Frankfurt kontaktlos mit NFC am Parkscheinautomaten zu bezahlen, finde ich bei gegebenem Termindruck zu riskant. Hier hilft mir auch der PayPass Locator nicht weiter, vermutlich geht es halt einfach nicht.

Im Taxi dann die große Überraschung. Bezahlen mit Kreditkarte funktioniert - was viele nicht wissen - in Großstädten bei fast jedem Taxi. Und plötzlich kommt der internationale Flughafen doch zum Tragen: Bei über 1.000 der elfenbeinfarbenen PKW kann man sogar kontaktlos per PayPass bezahlen. Die Diskussion mit dem Fahrer bleibt natürlich nicht aus, warum man heutzutage auch im Taxi mit Kreditkarte und demnächst womöglich noch dem Handy bezahlen will. Ein großzügiges Trinkgeld besänftigt die Gemüter.

Erkenntnis des Tages: Contactless Payment ist nicht immer ganz preiswert, egal ob im Taxi oder beim schnellen Kühlschrankauffüllen zwischendurch an der Tankstelle. Mit guter Planung geht jedoch vieles schneller und günstiger. Highlight des Tages im Sinne der NoCashSummer Challenge: Ein paar Blumen für die Liebste, bezahlt mit Kreditkarte. Auch dies ein (zu) seltener Vorgang.

    

Mit PayPass bei Vapiano

Tag 3 (Sonntag): Ein Besuch im Zoo macht Spaß und klingt nach einem schönen Programm für Sonntagnachmittag. Gut, dass die Eintrittskarte für den Zoo Frankfurt ein Geschenk war. Denn dort werden neben Bargeld nur EC- und Geld-Karte akzeptiert. Trotz großem Flughafen ist das Stadtmarketing Frankfurt dann anscheinend doch nicht so international.

Übrigens: Auch ein gültiges Monatsticket für den ÖPNV erspart einem Teilnehmer der NoCash Summer Challenge viel Lauferei. Hat man das Ticket vergessen, bleibt nur die Hoffnung auf einen modernen Fahrkartenautomaten. Diese akzeptieren neben dem (((e-Ticket Deutschland (dessen Touchpad nicht PayPass-kompatibel ist) auch Kreditkartenzahlungen.

Hier rettet mich das Touch & Travel System der Deutschen Bahn. Ebenfalls ein NFC-Angebot, das seit mehreren Jahren im Markt verfügbar ist und das sein Potenzial bislang nicht richtig ausschöpft. Vielleicht müsste die Bahn einmal den Nutzen als Fallback-Lösung bewerben. Und bitte, liebe Deutsche Bahn und angeschlossene Verkehrsverbünde, bringt mehr Touchpoints an den Bahnsteigen an. Unter freiem Himmel funktioniert GPS wunderbar, in tiefgelegenen U-Bahnstationen aber nicht. Und ja, es gibt mittlerweile NFC-Smartphones in Deutschland und täglich werden es mehr.

Abendessen dann bei Vapiano, Bezahlen kontaktlos mit PayPass, schnell und problemlos, gerne wieder. 

   

Karstadt - Leader in NFC

Tag 2 (Samstag): Am Wochenende zieht es den Menschen zum kollektiven Kaufrausch in die Innenstädte. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen scheint dies zumindest des Frankfurters größte Freude zu sein. Soviel zu den Rahmenbedingungen.

Unsere heutige NoCashSummer Challenge beginnt im Restaurant Salzkammer. Laut PayPass Locator ein heißer Tipp für alle, die einmal Mobile Payment mit NFC ausprobieren wollen. Das Mittagessen war sehr gut und das Personal sehr bemüht, unserem Wunsch nach kontaktlosem Bezahlen nachzukommen. Leider ohne Erfolg. Kellner 1: „Doch, das Gerät kann NFC.“ Chef: „ Doch, das kann das. Aber stecken Sie die Karte doch einfach rein.“ Gast vom Nebentisch: „Ach, ist das dieses neue System?“ Kellner 2: „Ja, das mit dem Gegenhalten“. Nach 2 Minuten wilden Gegenhaltens brechen wir den Versuch ab. Unsere abschließende Frage: „Wie oft wurde denn bei Ihnen schon mit NFC bezahlt?“ Kellner 1: „Noch nie. Das haben die von dieser Firma damals installiert und da ging es auch. Aber das ist Wochen her und Sie sind der erste Kunde.“

Das „Sie sind der erste Kunde“ haben wir an diesem Tag viele weitere Male gehört. Oft allerdings mit überraschend positivem Ergebnis. Bei Douglas auf der Zeil funktionierte Tap & Go ohne Probleme. Karte gegen den Terminal gehalten, einmal Piep, Danke für Ihren Einkauf. Inklusive Belegdrucken vielleicht 5 Sekunden. Beeindruckend. 2 Minuten dauerte es anschließend, der interessierten Verkäuferin zu erklären, was gerade passiert war.

Eine weitere Premiere bei Karstadt. Die Zeitschrift ‚Der Handel‘ berichtete in der letzten Ausgabe, dass bald auch bei der Arcandor-Tochter mit NFC bezahlt werden kann. Laut PayPass Locator ist die Frankfurter Filiale noch nicht NFC ready und auch das Kassenpersonal war sich 3:1 einig, dass das mit diesem Handyfunk nicht klappt. Doch die Kassenterminals sahen verdächtig neu aus. Probieren geht über Studieren und siehe da, es funktioniert perfekt. Im Fall unseres 39EUR Einkaufs gefühlt zwar keine Sekunde schneller, doch es geht. Hierzu wieder viele staunende Gesichter bei den umstehenden Kunden und Kassiererinnen.

Wie gesagt, wir waren nicht die einzigen Shopper diesen Samstag in Frankfurt. Wohl aber die einzigen, die mit einer kontaktlosen NFC-Kreditkarte bezahlt haben. Contactless Payment in Deutschland, es funktioniert also doch. Und es macht Spaß.

   

Contactless Payment mit NFC

Tag 1 (Freitag): Heute war der Starttermin der MasterCard NoCashSummer Challenge. Und schon am ersten Tag bezahle ich bei erster Gelegenheit für Essen & Trinken mit Kreditkarte - aber leider nicht kontaktlos. Zu meiner Verteidigung: Das Restaurant auf der Freßgass in Frankfurt war bereits vor Tagen von den Kollegen reserviert worden, PayPass-Zahlungen werden dort jedoch nicht akzeptiert. Zwei Restaurants weiter hätte ich auch mit NFC Glück gehabt. Für die nächsten Tage wird der PayPass Locator also mein wertvollster Begleiter. Eine erste Prüfung der nächsten Arbeitswoche mit Terminen in Düsseldorf, Hamburg und Hannover zeigt: Das wird spannend. Na dann, gute Unterhaltung!

 

   

Die NO-CASH-SUMMER Challenge - Prolog

   

PayPass Karte

MasterCard, eines der großen Technologieunternehmen im Zahlungsverkehr, hat vor rund 10 Jahren PayPass als kontaktlose NFC-Bezahllösung für Kreditkarten vorgestellt. Waren im Jahr 2007 ungefähr 20 Millionen PayPass-Karten im Umlauf, so sind es mittlerweile über 100 Millionen Karten weltweit, 1.4 Millionen davon in Deutschland.

Das klingt zunächst viel, doch schaut man sich den stationären Einzelhandel hierzulande an, so ist von diesem Faktum noch nicht viel in den Köpfen der Anbieter und Verbraucher angekommen. Maik Klotz, Gastautor bei Mobile Zeitgeist, hat dies mit seinem Praxistest „Mobile Payment in Deutschland“ vor ein paar Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Recht ähnlich - und doch technisch wesentlich robuster da primär bezogen auf kontaktlose Kreditkarten mit PayPass - ist die NoCashSummer Challenge von MasterCard. Im Rahmen dieser Promotion-Aktion versuchen Teams in verschiedenen europäischen Ländern, für 10 Tage ihren normalen Alltag allein mit einer Kreditkarte zu bestreiten. Da dies noch keine allzu große Herausforderung wäre, gilt es, die Kreditkarte in „untypischen“ Situationen einzusetzen. Beim Bäcker, für den Bus, im Schwimmbad etc. und wenn möglich, bitte immer kontaktlos via NFC.

Mit etwas Verzögerung gehen in Deutschland drei Teilnehmer in den No Cash Indian Summer: Christopher Piontek für den Technikblog BitPage, Lilli Feller für das Modemagazin Goldstück und ich, Marc-Oliver Reeh, für das CNM. Eine ungewöhnliche und vielleicht doch sinnvolle Konstellation. Und auch wenn es an anderer Stelle so geschrieben steht: Nein, ich bin wahrlich kein Blogger, das können andere deutlich besser. Doch ich gebe mir Mühe, die nächsten 10 Tage einerseits nicht zu verhungern und andererseits kurzweilig zu verschriftlichen.

Meine Erlebnisse mit NFC und PayPass werden täglich auf dieser Seite eingespielt .Für Mittwoch versuche ich mich an einem Abschlussbericht, zu finden dann auf CNM-WordPress. Bis dahin wünsche ich allen Teilnehmern viel Spaß und Ihnen gute Unterhaltung.